Praxisversuch mit Section Control

Erstellen von Applikations­karten

Mit Thema "Einsparungspotential von Mineraldüngerstreuern" beschäftigte sich Johann Hofmeister aus Reintal (Weinviertel) im Zuge seiner Masterarbeit am Department für Nachhaltige Agrarsysteme der Universität für Bodenkultur. Der Feldversuch entstand in Kooperation mit dem Maschinenring Niederösterreich-Wien und war Teil des Cluster Projekts "Energie- und Ressourcenmanagement im Agrarbereich. Konkret wurde dabei analysiert wie genau Mineraldünger durch den Einsatz einer Teilbreitenschaltung ausgebracht werden kann.

Der Ablauf:

Vorab wurden dazu Versuchsszenarien digital geplant, die eine Feldgrenze simulierten. Mithilfe einer Fahrspurplanungssoftware wurde die Spurführung so gewählt, dass die Zugmaschine jeweils mittig in den einzelnen Versuchsflächen fährt. Die Breite der Flächen wurde entsprechend der Arbeitsbreiten der Ausbringungstechnik gewählt. Zum Einsatz kam ausschließlich RTK-fähige GPS Technik, Genauigkeit ca. zwei Zentimeter.

Nach dem Import der Flächen in das Terminal des Düngerstreuers mussten die zu bewirtschaftenden Flächen aktiviert werden, damit die Bearbeitungsgrenzen geographisch im System hinterlegt sind.

Zusätzlich wurden die Daten der Terminals per ISOBUS-Datenlogger mitgeschrieben. Somit wurden nachträglich bestimmte Parameter, wie z.B. der Ein- Ausschaltzeitpunkt der einzelnen Teilbreiten, die Position des Düngerstreuers, die Fahrtgeschwindigkeit oder die Wurfweite ausgewertet. Diese Informationen gaben Rückschlüsse auf die Genauigkeit und Effizienz.

Die Dokumentation der Ausbringung an den Grenzen erfolgte mit einer hochauflösenden Drohnenkamera. Die speziellen Raster-Fotos entstanden bei einer Flughöhe von 7,20 bis 12 m und waren dank RTK-GPS-fähiger Drohne georeferenziert. Das bedeutete, dass jedes ausgebrachte Düngerkorn erfasst werden konnte und auch eine 2cm- genaue X-Y Koordinate bekam. Die Auswertung der Bilddaten, sprich das „Zählen der Düngekörner“, erfolgte mittels Bildanalyse-Software.

Zusätzlich wurden NDVI Fotos von Flächen erfasst an denen der Vorgewendebereich genauer betrachtet wurde. Dort entstehen nämlich die meisten Fehlstellen, egal ob Überbauung bei der Aussaat oder Überdüngung bei der Mineraldüngerausbringung. Dies kann zu erhöhtem Krankheitsdruck und anderen ertragsmindernden Faktoren führen.

In diesem Versuch wurde die Verteilgenauigkeit und der Zeitpunkt des Ein- und Abschaltens festgestellt und mit Maschinendaten verglichen. Auch das theoretische Einsparungspotential für den Ackerbau wurde mithilfe einer Software berechnet.

Die Schlussfolgerungen und Ergebnisse dieses Feldversuchs können Sie in der fertigen Masterarbeit von Johann Hofmeister nachlesen: masterarbeit_hofmeister.pdf