Existenzsicherung und Notstromversorgung mit Sonnenenergie

PV-Anlagen
Ein landwirtschaftliches Gebäude mit Photovoltaik Modulen davor

Existenzssicherung und Notstromversorung am Schweinemastbetrieb

Familie Tauschmann ist Mitglied beim Maschinenring Oststeiermark und führt in der Gemeinde Großwilfersdorf einen Schweinemastbetrieb, der auf mehrere Standorte aufgeteilt ist. Am Standort bei Ilz gibt es 800 Mastplätze. Man suchte nach einer neuen Energielösung inkl. Notstromversorgung.

Was waren die Beweggründe für die Installation der neuen Energielösung?

Bei einem jährlichen Stromverbrauch von rund 50.000 kWh hatten sich die Strompreissteigerungen der letzten Jahre deutlich ausgewirkt und man suchte nach einer Lösung, diese abzufedern. Aufgrund der Lage des Betriebs am Ende des Leitungsnetzes waren auch die Netzkosten relativ hoch und hätten sich durch die gesetzlich vorgeschriebene Installation von Smartmetern in Zukunft noch weiter erhöht. (Bevor es Smartmeter gab, ist man von Durchschnittslasten ausgegangen. Ein Smartmeter liest jedoch Lastspitzen genau aus. Liegt man mit dem ¼-stündigen Schnitt über dem vereinbarten Netzbezugsvolumen, fällt eine Tariferhöhung an, die sich teils gewaltig auswirken kann. Aufgrund dessen, dass Familie Tauschmann an einem anderen Standort eine Biogasanlage betreibt, ist man selbst Fachexperte für Stromfragen und konnte diese Entwicklungen antizipieren.) Weiters wollte Familie Tauschmann eine verlässliche Notstromversorgung schaffen – gerade in der Schweinemast muss die Lüftungsanlage permanent laufen, um die Sicherheit und das Überleben der Tiere zu gewährleisten.

Was sind die größten Stromverbraucher am Betrieb?

Die Fütterungsanlage, die Lüftungsanlage sowie die Beleuchtung.

Für welche Anlage hat man sich entschieden?

Nach Analyse der Gesamtsituation und der Bedürfnisse von Familie Tauschmann ins- tallierte die Maschinenring Elektrotechnik GmbH eine 48-kWp-Photovoltaikanlage, kombiniert mit einem 100-kWh-Speicher. Die optimale Anlagengröße wurde durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und Leistungssimulation ermittelt. Die Anschaffung eines Notstromaggregats konnte vernachlässigt werden, da die unterbrechungsfreie Notstromversorgung gewährleistet ist. Ideal ist, dass sich bei einem Schweinemastbetrieb die Zeiten erhöhter Sonnenstromproduktion mit den Zeiten verstärkten Bedarfs decken – d. h. im Sommer, wenn die Lüftungsanlagen im Stall mehr laufen müssen, wird auch automatisch mehr PV-Strom produziert. In Zeiten niedrigerer Sonnenstromproduktion lädt sich der Speicher über das vom Maschinenring installierte Energiemanagementsystem mit Netzstrom zum günstigen Spotmarkt-Preis auf. (D. h. es werden Zeiten mit stundenabhängig günstigen Stromtarifen zum Aufladen des Speichers verwendet.)

Wie hat sich die Energiesituation des Betriebs verbessert, welche Kosteneinsparungen gab es?

  • Durch die ideale Anlagendimensionierung können im Jahresmittel 80 % des Strombedarfs des Betriebs aus Eigen- strom abgedeckt werden. Entsprechend konnten die Arbeitsstromkosten um 80 % gesenkt werden. Auch bei den Netzkosten kann eingespart werden. Viele Tage im Jahr kann man sogar komplett ohne Netzbezug agieren.
  • Die Anlage ist auf eine Amortisationszeit von 6 Jahren ausgelegt.

 Wurden Förderungen beantragt?

Ja, über die ÖMAG.

Kommentar Martin Tauschmann:

„Wir sind sehr zufrieden mit unserer neuen Energielösung. Die Maschinenring Elektrotechnik hat alles professionell abgewickelt. Es ist für uns eine große Erleichterung, dass wir unseren Betrieb nun weitgehend unabhängig von Strompreisschwankungen führen können. Das sichert die Existenz und Wirtschaftlichkeit. Ein positiver Nebeneffekt ist auch, dass wir persönlich unabhängiger geworden sind, da die Notstromversorgung perfekt abgesichert ist. Eine Überbrückung von rund 24 Stunden ist möglich. Bei einem Schweinemastbetrieb steht bei einem Stromausfall viel auf dem Spiel – es geht ja um das Überleben der Tiere. Der Stress, immer sofort zur Stelle sein zu müssen und eine möglichst schnelle Problembehebung in der Stromversorgung zu gewährleisten, hat uns einiges abverlangt. Nun wissen wir, dass es unseren Tieren auch bei längeren ungeplanten Ausfallzeiten gut geht.“