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Engerlingschäden in Salzburg nehmen zu!

Als Engerlinge werden die im Boden lebenden Larven des Maikäfers, Junikäfers oder Gartenlaubkäfers bezeichnet. Für eine effektive Bekämpfung mittels Pilzgerste muss die Käferart eindeutig bestimmt werden. Bild: Elisabeth Neudorfer, LWK.

Fachbeitrag von DI Elisabeth Neudorfer, Landwirtschaftskammer Salzburg

 

Im letzten Herbst wurden Engerlingschäden vor allem im nördlichen Flachgau, Salzkammergut, Pfarrwerfen und im Saalachtal bekannt. Betroffen waren etwa 100 Betriebe mit mehreren hundert Hektaren, wo sich die Grasnarbe wie Rollrasen abziehen ließ. Meist wurden die Schadschwellen mit 150-200 Engerlingen am Quadratmeter deutlich überschritten. Die Grünlandschädlinge stammen vom Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaubkäfer ab - für die Bekämpfung mit dem richtigen Pilz oder Fadenwurm müssen die Engerlinge eindeutig mittels Mikroskop bestimmt werden!

 

Regulationsmöglichkeiten

Um die Populationen und die zukünftigen Schäden einzudämmen, ist eine großflächige Bekämpfung der Engerlinge in Verbindung mit einer Nachsaat mit standortkonformem, qualitativ hochwertigem Saatgut erforderlich. Die Melcont-Pilzpräparate können ab Vorliegen der Zulassung voraussichtlich bis Mitte Mai und von 7.8. bis 20.9.2019 eingesetzt werden.

 

Der Pilz braucht Zeit und eine gewisse Feuchtigkeit, bis sich Myzel und Sporen im Boden ausbreiten und die Engerlinge darauf treffen, hat dafür aber eine Wirkung über mehrere Käfer-Generationen. Der Pilz ist lichtempfindlich und muss daher möglichst mehrere Zentimeter tief in den Boden eingebracht werden, wozu sich die Vredo-Schlitzsämaschine durch einen Umbau bewährt hat.

 

Bei stärker geschwächten und möglicherweise schon verunkrauteten Beständen in ackerfähigen Lagen wäre eine mechanische Engerling-Bekämpfung mittels Kreisel- oder Rotoregge mit ihrer quetschenden und schlagenden Wirkung sinnvoll, wobei sich die Engerlinge unmittelbar an der Bodenoberfläche befinden müssen. Beide Geräte gelten im ÖPUL als umbruchlose Grünlanderneuerung. Sollte jedoch eine Umkehrfräse eingesetzt werden, müsste die Fläche an die AMA vorab gemeldet und vorübergehend aus der Förderung herausgenommen werden. Nach ein bis drei Tagen folgt ein zweiter Arbeitsgang mit Einarbeitung des Pilzes und der Neuansaat. Die Fadenwürmer haben eine sehr rasche Wirkung, da sie die Engerlinge im Boden suchen, sind aber aufgrund der hohen Kosten nur im kleinen Rahmen einsetzbar.

 

Förderung und Beratung

Das Land Salzburg gewährt aktuell eine Förderung für die biologische oder mechanische Engerlingbekämpfung in Verbindung mit einer Nachsaat. Die Beantragung erfolgt nach der Maßnahme möglichst rasch in der BBK.

 

Engerlinge können in klarem Schnaps eingelegt und mit Name und Kontakt beschriftet zur Bestimmung durch DI Elisabeth Neudorfer in der Landwirtschaftskammer, Schwarzstraße 19, 5020 Salzburg abgegeben werden. Frau DI Elisabeth Neudorfer steht auch für Gruppenberatungen gerne zur Verfügung!

 

Schädlingsbekämpfung durch den Maschinenring Die maschinellen Maßnahmen wie die Ausbringung der Pilzgerste, die Nachsaat etc. sowie der Bezug der Pilzgerste und des Saatguts werden vom Maschinenring angeboten. Durch die frühzeitige Meldung beim Maschinenring können mehrere Einsätze kombiniert und so Kosten gespart werden. Beim Einsatz von Melocont-Pilzgerste gegen Maikäfer-Engelringe ist rasch zu handeln, da die Ausbringung nur in einem engen Zeitfenster erlaubt ist.

 

Die zunehmend trockeneren und heißeren Sommer begünstigen die Entwicklung der Käferlarven – die Schadschwelle liegt bei 150-200 Engerlingen pro Quadratmeter. Bild: Elisabeth Neudorfer, LWK.