Wiesenschweidel: Ertragsstarke Kreuzung für intensive Grünlandnutzung

Der Wiesenschweidel (Festulolium) vereint die Stärken zweier bewährter Futtergräser: Als Kreuzung aus Italienischem Raygras und Wiesenschwingel kombiniert er hohe Ertragsleistung mit guter Ausdauer. Aufgrund seiner Wüchsigkeit gilt er als besonders konkurrenzstark und kann sich rasch in bestehenden Beständen etablieren.

Beim Futterwert liegt der Wiesenschweidel auf einem ähnlichen Niveau wie Bastard- und Englisches Raygras. Zwar erreicht er nicht ganz deren hohe Zuckergehalte, dennoch liefert er beachtliche Werte und eignet sich hervorragend für leistungsorientierte Fütterungssysteme. In der Nachsaatmischung „Grünlandprofi SPEZI“ kommt die Sorte Hostyn zum Einsatz. Sie überzeugt in der österreichischen Sortenwertprüfung durch eine günstige Kombination aus Wuchshöhe, Nachtriebsstärke sowie hohen Trockenmasse- und Rohproteinerträgen. Gleichzeitig weist sie eine geringe Anfälligkeit gegenüber Rost- und Blattfleckenkrankheiten auf.

Nachsaat Futtergras

Ideal für schnittintensive Betriebe

Vor allem in Regionen mit intensiver Schnittnutzung wird Wiesenschweidel gerne für Nachsaaten oder Neuansaaten verwendet. Durch seine rasche Jugendentwicklung kann er Lücken schnell schließen und unerwünschten Fremdbesatz wirksam zurückdrängen. Um das volle Qualitäts- und Ertragspotenzial auszuschöpfen, empfiehlt sich ein früher erster Schnitt – wie er auf ertragsbetonten Fünfschnittbetrieben üblich ist.

Geeignete Standorte sind frische bis feuchte Mineralböden im Flach-, Hügel- und Bergland. Auch grundwasserbeeinflusste Sand- und Anmoorböden eignen sich für den Anbau. Weniger geeignet sind hingegen ausgesprochen nasse Flächen oder Moorstandorte, auf denen die Anbausicherheit deutlich sinkt.

 

Autor: GrünlandPro-Fachexperte Peter Frühwirth

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