Wassermangel im Grünland: Warum früheres Mähen sinnvoll sein kann

Trockenheit verändert das Wachstum von Futtergräsern grundlegend. Fachleute beobachten, dass Wassermangel im Grünland den Übergang von der vegetativen in die generative Phase massiv beschleunigt.

Die Folge: Viele Gräser gehen frühzeitig in eine sogenannte Notblüte oder Notreife über. Damit endet das eigentliche Massewachstum oft deutlich früher als erwartet. Zusätzliche Ertragszuwächse bleiben aus, während gleichzeitig die Futterqualität sinkt.

Bild von Ausgetrocknetem Feld

Früherer Schnitt kann wirtschaftlich sinnvoll sein

Unter solchen Bedingungen kann ein früherer Schnitt trotz geringerer Masse wirtschaftlich sinnvoll sein. Ziel ist es, möglichst rasch den zweiten Aufwuchs zu fördern und damit einen Teil der Ertragsverluste zu kompensieren.

SatGrass-App als digitale Entscheidungshilfe

Hilfreich sind dabei digitale Anwendungen wie die SatGrass-App. Grünlandpraktiker sollten insbesondere die Entwicklung der Massezuwachskurve beobachten.

Sobald sich diese Kurve deutlich abflacht oder nahezu waagrecht verläuft, ist das Wachstum weitgehend abgeschlossen – ein klarer Hinweis für den Mähzeitpunkt.

Beobachtung vor Ort bleibt entscheidend

Dennoch ersetzen digitale Werkzeuge nicht die Beobachtung vor Ort. Entscheidend bleibt der direkte Blick in die Wiese und das Verständnis für die Reaktionen der Futtergräser auf Stresssituationen.

Denn erfolgreiche Grünlandbewirtschaftung entsteht letztlich aus der Kombination von Pflanzenkenntnis, Erfahrung und dem richtigen Timing.

Autor: GrünlandPro-Fachexpertin Gabriele Hirsch

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Roman Braun
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