Von der gemeinsamen Maschine zur KI: 50 Jahre Maschinenring Österreich

50 Jahre Maschinenring Österreich, Digitalisierung und KI, Frauen in der Landwirtschaft sowie internationale Zusammenarbeit: Die Maschinenring Bundestagung 2026 brachte rund 400 Gäste aus Österreich und mehreren europäischen Ländern in Wiener Neustadt zusammen.

Eine Gruppe von Personen steht lächelnd auf der Bühne bei einer Veranstaltung. Sie halten Urkunden in den Händen.
© Georg Pomassl

Von 23. bis 25. September gastierte die Maschinenring Bundestagung 2026 in Niederösterreich. Bürgermeister Klaus Schneeberger begrüßte die Teilnehmer:innen in den Kasematten in Wiener Neustadt. Unter dem Motto „Zukunft mit Herkunft. Mensch und Wandel im Einklang.“ stand das 50-Jahre-Jubiläum des Maschinenring Österreich ebenso im Mittelpunkt wie aktuelle Fragen zu Klimawandelanpassung, Digitalisierung und KI, Frauen in der Landwirtschaft, Arbeitswelt und internationaler Zusammenarbeit.

Gäste aus Österreich, Deutschland, Südtirol, der Schweiz, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, England und Schweden nahmen an der dreitägigen Veranstaltung teil.

50 Jahre Maschinenring: starkes Netzwerk für neue Herausforderungen

Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Norbert Totschnig eröffnete den offiziellen Teil der Bundestagung. Im Rahmen der Veranstaltung fand auch die 50. Generalversammlung des Maschinenring Österreich statt.

Mit Blick auf den Klimawandel hob Totschnig, der selbst mehrere Jahre beim Maschinenring tätig war, die Bedeutung starker regionaler Netzwerke hervor. Wenn Extremwetterereignisse Landwirtschaft und Regionen vor neue Herausforderungen stellen, kommt es darauf an, vorhandene Ressourcen und Wissen zu bündeln und rasch reagieren zu können.

Den Grundgedanken des Maschinenring brachte Totschnig mit den Worten „Gemeinsam geht es leichter“ auf den Punkt.

Der Maschinenring lebt von seiner starken Gemeinschaft. Sie ist die Basis dafür, dass wir Veränderungen gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten.
Ein Mann in einem Anzug mit grau-weißem Hintergrund lächelt freundlich in die Kamera.
Franz Xaver Broidl Bundesobmann Maschinenring Österreich

Frauen gestalten Landwirtschaft und ländlichen Raum

Ein weiterer Schwerpunkt der Bundestagung war das Internationale Jahr der Bäuerin 2026.

Daniela Morgenbesser, Leiterin Agrarkommunikation der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und Obfrau von FemAgrar Austria, stellte die Rolle von Frauen als Gestalterinnen von Innovation in den Mittelpunkt. Sie thematisierte konkrete Voraussetzungen für mehr Beteiligung: sichtbare Vorbilder, familienfreundliche Rahmenbedingungen, Netzwerke und die aktive Ansprache von Frauen für Führungs- und Funktionärsaufgaben.

Wirtschaftstrainerin Christine Hackl setzte sich in ihrem Impuls mit der Frage auseinander, wie Menschen auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig bleiben. Unter dem Titel „Krisenfit“ stellte sie Klarheit, innere Haltung, Netzwerke und den bewussten Umgang mit Veränderungen in den Mittelpunkt.

Auch beim Niederösterreichischen Länderabend war das Thema präsent. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Österreich und Abgeordnete zum Nationalrat, richtete eine kurze Ansprache an die Gäste.

Franziska Fröschl, Bundesobmann-Stellvertreterin des Maschinenring Österreich, spannte in ihrem Beitrag den Bogen vom eigenen landwirtschaftlichen Betrieb bis zur Situation von Bäuerinnen im Senegal.

Von Österreich bis Afrika: Maschinenring-Idee international vernetzt

Der Blick nach Senegal führte zu einem weiteren Schwerpunkt der Bundestagung: der internationalen Zusammenarbeit. Der Maschinenring Weltverband verbindet heute Maschinenring-Organisationen in 15 Ländern Europas und Afrikas. Im Mittelpunkt stehen Wissensaustausch und die Weiterentwicklung der Maschinenring-Idee entsprechend den jeweiligen landwirtschaftlichen und regionalen Gegebenheiten.

Hans Peter Werderitsch, Präsident des Maschinenring Weltverbands, Vorstandsvorsitzender der Maschinenring Personal und Service eGen und Landesobmann im Burgenland, gab Einblick in die internationale Entwicklung der Organisation. Der Weltverband stärkt den Austausch zwischen den Maschinenringen über Ländergrenzen hinweg und bringt Erfahrungen aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Strukturen zusammen.

Ein Beispiel dafür ist Senegal. Seit 2019 werden dort Maschinenringe aufgebaut. Rund 50.000 kleinbäuerliche Familienbetriebe profitieren vom Zugang zu Technik und Wissen. Der Ansatz folgt dem Grundgedanken der Hilfe zur Selbsthilfe.

KI hält Einzug in die Maschinenvermittlung

Wie sich die ursprüngliche Idee der gemeinsamen Ressourcennutzung technologisch weiterentwickeln kann, zeigte Martin Tschuchnigg, Leitung KI und Prozessoptimierung beim Maschinenring Steiermark. Mit „Franz“ wurde ein KI-gestützter Buchungsassistent für die Maschinenvermittlung vorgestellt.

Das System soll telefonische Anfragen für die Vermittlung von Maschinen entgegennehmen, Verfügbarkeiten prüfen und Buchungen im MR AgrarPortal abwickeln. Routineaufgaben können damit digital unterstützt werden, während persönliche Beratung, Vertrauen und komplexe Entscheidungen beim Menschen bleiben.

Auch andere Bundesländer brachten konkrete Projekte nach Wiener Neustadt: Franz Reichardt, Geschäftsführer MRS und Bereichsleiter beim Maschinenring Burgenland, präsentierte die überbetriebliche Betreuung von Biomasse-Nahwärmeanlagen. Florian Rössler, Bereichsleiter Forst und Energie beim Maschinenring Niederösterreich-Wien, stellte Lösungen und Dienstleistungen aus den Bereichen Forst, Biomasse und Energie vor. Die Beispiele zeigten, wie sich die Zusammenarbeit im Maschinenring von der klassischen Maschinengemeinschaft auf neue Aufgabenfelder erweitert hat.

Nach drei Tagen mit Generalversammlung, Fachvorträgen, Projektpräsentationen und persönlichem Austausch endete die Bundestagung mit einer feierlichen Staffelübergabe: 2027 übernimmt der Maschinenring Burgenland die Gastgeberrolle.

Vielen Dank unseren Sponsoren

Eine Übersicht der Partner- und Sponsorlogos, einschließlich Toyota, Lexus, und Raiffeisenbank.
Von: Bundesweite Nachrichten

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