Trockengeschädigte Wiese: Was jetzt im Herbst noch zu tun ist

Trockenheit und Hitze haben auf vielen Wiesen deutliche Spuren hinterlassen. Je nach Schadensausmaß sind Gräser teilweise oder sogar vollständig abgestorben. Wer die Bestände wieder aufbauen möchte, sollte im Herbst noch einige wichtige Maßnahmen setzen.

Platz für neue Gräser schaffen

Abgestorbenes Pflanzenmaterial sollte nicht einfach auf der Fläche liegen bleiben. Bei leichteren Schäden reicht es oft, den Bestand mit dem Striegel intensiv zu bearbeiten und das alte Material zu lösen. Bei starken Schäden sollte zusätzlich geschwadet und das Material von der Wiese entfernt werden. So bekommen die neuen Gräser ausreichend Licht und Platz zum Auflaufen.
Gleichzeitig wird damit einer weiteren Gefahr vorgebeugt: Eine dicke Schicht aus abgestorbenem Pflanzenmaterial bietet Feldmäusen Nahrung und Unterschlupf.

Bei Feldmäusen mit der Ansaat warten

Sind auf der Fläche bereits Feldmäuse aktiv, ist von einer Neuansaat im Herbst abzuraten. Die Mäuse können die jungen Pflanzen stark schädigen oder vollständig abfressen. In diesem Fall empfiehlt es sich, zuerst im Winter geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zu setzen und die Neuansaat erst im Frühjahr durchzuführen.

Saatgut gezielt auswählen

Ist die gewünschte Saatgutmischung nicht mehr verfügbar, kann auch auf geeignete Einzelkomponenten zurückgegriffen werden. Entscheidend ist, offene Stellen gezielt mit den gewünschten Gräser- und Pflanzenarten zu besiedeln, anstatt darauf zu warten, was die Natur von alleine aufgehen lässt.

Nach einer periodischen Nachsaat und Sanierung sollte das Ampferaufkommen in den folgenden ein bis zwei Jahren genau beobachtet werden.
Zwar dürfen Saatgutmischungen laut Saatgutgesetz sehr geringe Ampferanteile enthalten, der größte Teil der Pfanzen entsteht jedoch durch im Boden vorhandenes, schlafendes Samenmaterial. Bei Bedarf sollte rechtzeitig gegengesteuert werden.

Neuansaat nicht düngen

Flächen mit Neuansaat oder periodischer Nachsaat sollten auf keinen Fall gedüngt werden. Den Dünger können vor allem bereits etablierte Pflanzen rasch aufnehmen. Sie wachsen dadurch schneller und können die jungen Keimlinge beschatten und in ihrer Entwicklung behindern.

Wie lange ist eine Herbstnachsaat noch sinnvoll?

Ob eine Grünlandnachsaat im Herbst noch gelingt, hängt stark von Region und Höhenlage ab. Je nach Standort ist eine Nachsaat etwa bis Mitte oder Ende September sinnvoll. Entscheidend ist, wann die ersten stärkeren Fröste auftreten, denn eine Neuansaat benötigt ungefähr drei bis vier Wochen, um ausreichend frostfest zu werden.

Wer jetzt noch nachsäen möchte, sollte deshalb nicht nur auf den Kalender, sondern vor allem auf Standort und Wetterentwicklung achten.

Von: Bundesland Oberösterreich

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