Teilautonomes Mähen im Steilhang: Praxistest zeigt Potenzial 

Steile Grünlandflächen zu mähen, bedeutet für Landwirtinnen und Landwirte hohe körperliche Belastung, viel Konzentration und ein erhöhtes Unfallrisiko. Im Rahmen eines Use Cases mit der Innovation Farm wurde deshalb untersucht, wie teilautonome Technik die Arbeit am Hang erleichtern kann. Gemeinsam mit KÖPPL wurde der GEKKO PRO mit SelfDrive und MowPilot unter realen Bedingungen getestet. 

Ein schöner Blick auf sanfte Hügel und bewaldete Wälder, mit einem Rasenmäher im Vordergrund auf grünen Wiesen.

Vom Motormäher zum teilautonomen System 

Beim klassischen Mähen am Steilhang führt der Bediener den Motormäher direkt am Lenkholm und muss das Gerät über die gesamte Fläche begleiten. Mit dem eingesetzten SelfDrive-System verändert sich dieser Arbeitsablauf deutlich. Zunächst wird die Fläche vorbereitet und das Vorgewende ausgemäht. Gleichzeitig wird die Feldgrenze für den MowPilot erfasst. Anschließend berechnet die Software die Fahrspuren. Nachdem deren Ausrichtung angepasst wurde, fährt der GEKKO PRO die geplanten Bahnen selbstständig ab. Ganz ohne Bediener funktioniert die Arbeit allerdings nicht: Das Gerät muss weiterhin überwacht werden. Bei Hindernissen, Störungen oder ungeplanten Situationen kann jederzeit eingegriffen werden. Damit bleibt der Mensch ein wichtiger Teil des Arbeitsprozesses – seine Rolle verändert sich aber von der körperlichen Maschinenführung hin zur Überwachung und digitalen Steuerung. 

 

Praxistest auf zehn Grünlandflächen 

Insgesamt wurde das System auf zehn unterschiedlichen Feldstücken getestet. Zwei Flächen wurden besonders detailliert ausgewertet. Dabei wurden unter anderem Flächenleistung, Hangneigung, Wendemanöver, Treibstoffverbrauch und Mähqualität erfasst. Auf den beiden Versuchsflächen erreichte das System ab Beginn des teilautonomen Mähens Flächenleistungen von 0,83 beziehungsweise 0,67 Hektar pro Stunde. Die maximale Hangneigung lag bei 35,2 beziehungsweise 31 Grad. Dabei zeigte sich auch, welchen Einfluss die Flächenform auf einen effizienten Einsatz hat. Lange, möglichst gleichmäßige und hangparallel bearbeitbare Feldstücke bieten besonders gute Voraussetzungen. Viele kurze Fahrspuren, Hindernisse oder häufige Wendemanöver reduzieren hingegen die Flächenleistung.

Auch die Wahl des Wendemanövers machte im Versuch einen deutlichen Unterschied: Mit dem für die Testflächen am besten geeigneten eckigen Wendemanöver konnte die durchschnittliche Wendezeit von 42 auf 24 Sekunden reduziert werden. 

Arten der vorhandenen Wendemanöver:

Ein grünes Symbol mit mehreren Pfeilen, die in verschiedene Richtungen zeigen, was Diversität und Flexibilität darstellt. Klassisches Wendemanöver
Ein grüner Pfeil, der nach links zeigt und einen krummlinig nach rechts verlaufenden Weg Teil darstellt. Rundes Wendemanöver
Grüner Pfeil, der nach links zeigt, mit einem rechteckigen Rahmen auf der rechten Seite. Eckiges Wendemanöver

Deutliche Entlastung für den Bediener 

Der Vorteil der Teilautonomie zeigt sich jedoch nicht nur bei der Flächenleistung, sondern vor allem bei der Arbeitserleichterung für den Bediener. Entscheidend ist die Veränderung der Arbeit am Hang. 

Auf der 2,36 Hektar großen Versuchsfläche hätte der Bediener beim klassischen Mähen rund 9,4 Kilometer direkt hinter dem Motormäher zurücklegen müssen. Beim teilautonomen Mähen kann er das Gerät dagegen aus kurzer Distanz überwachen. Dadurch sinkt die körperliche Belastung deutlich, gleichzeitig muss der Bediener das Gerät nicht permanent direkt am Steilhang führen. 

Die Anforderungen verschieben sich damit stärker in Richtung digitaler Kompetenzen. App, Fernbedienung, gespeicherte Flächen und Fahrspuren müssen sicher bedient werden können. Die Praxiserfahrungen zeigen jedoch, dass der Umgang mit dem System mit jedem Einsatz vertrauter wird. 

Ein Mann in einem grünen Shirt mit einem Hut, der ein Feld mit frisch gemähtem Gras bearbeitet. Im Hintergrund sind Maschinen zu sehen.

Sehr gutes Mähbild im Praxiseinsatz 

Auch bei der Arbeitsqualität konnte das System überzeugen. Das Mähbild wurde auf den detailliert untersuchten Flächen als sehr gut bewertet. Bereiche, die nicht sauber abgemäht wurden, traten nicht auf. Ändert sich die Hangneigung innerhalb einer Fahrspur, kann die berechnete Überlappung zwischen den Fahrspuren zu groß oder zu klein sein.

Der Versuch zeigt damit: Teilautonome Technik kann gerade bei körperlich fordernden Arbeiten im Steilhang einen echten Mehrwert bieten. Der Bediener bleibt weiterhin für Vorbereitung, Überwachung und Kontrolle verantwortlich – muss die Maschine aber nicht mehr über die gesamte Fläche unmittelbar führen. Damit kann Teilautonomie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Grünlandarbeit am Hang körperlich weniger belastend und sicherer zu gestalten. 

Fakten zum Motormäher

Als Trägerfahrzeug wurde ein GEKKO PRO von der Firma Köppl verwendet. 

  • 4-Takt-Benzin Motor mit elektrischer Einspritzung 
  • Leistung: 17,2 kW bzw. 23,4 PS 
  • Hubraum 627 cm3 
  • Gewicht laut Hersteller: 311 kg 
  • Fahrantrieb: hydrostatisch stufenlos regelbar 
  • Fahrgeschwindigkeit: 0 – 8 km/h vorwärts und 0 – 4,5 km/h rückwärts 
  • Automatische Achsverschiebung von 300 mm 
  • Hangtauglichkeit bis 120% oder rund 50 Grad  
  • bodenschonende Tournaround-Aktivlenkung 
  • SelfDrive® Modul und MowPilot wurden ebenfalls verbaut 

Als Anbaugerät wurde ein Doppelmesser – Portalmähwerk KDP – 310 mit 310 cm Arbeitsbreite und Grastrennscheiben ebenfalls von KÖPPL verwendet. Für den teilautonomen Betrieb war der Motormäher zusätzlich mit  SelfDrive® und MowPilot-Software ausgestattet.

Logo von Innovation Farm mit dem Slogan 'Farming for Future', der nachhaltige Landwirtschaft symbolisiert.
Das Logo von KöppL zeigt einen stilisierten schwarzen Bullen auf rotem Hintergrund innerhalb einer dreieckigen Form.
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Johannes Kerl
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Von: Bundesland Niederösterreich / Wien

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