SatGrass-App: Wie Praxisdaten des Maschinenring digitale Innovation im Grünland ermöglichen
Digitale Werkzeuge sind im Ackerbau längst etabliert. In der Grünlandwirtschaft fehlten bislang vergleichbare Anwendungen. Mit der neuen SatGrass-App, entwickelt an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, steht Landwirtinnen und Landwirten nun erstmals ein satellitengestütztes Werkzeug zur Verfügung, das Ertrag und Futterqualität auf Schnittwiesen tagesaktuell abschätzen kann.
Forschung trifft Praxis
Damit solche Modelle zuverlässig funktionieren, braucht es umfangreiche Daten aus der landwirtschaftlichen Praxis. Genau hier brachte der Maschinenring seine besondere Stärke ein. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes wurden österreichweit rund 100 Praxisbetriebe in das Forschungsprojekt eingebunden. Auf zahlreichen Grünlandflächen wurden Erträge systematisch erhoben, Proben genommen und wissenschaftlich ausgewertet.
Diese breit angelegte Datenerhebung bildet eine wesentliche Grundlage für den heutigen Ertragsalgorithmus der SatGrass-App. Durch sein dichtes Netzwerk regional verwurzelter Betriebe ist der Maschinenring prädestiniert, solche Praxisversuche in der Fläche umzusetzen und Forschungsergebnisse gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten weiterzuentwickeln.
Digitale Entscheidungshilfe für den Betriebsalltag
Die SatGrass-App ermöglicht es Betrieben, Ertrag und Qualität von Schnittwiesen tagesaktuell über Smartphone oder PC abzurufen. Zusätzlich liefert das System Prognosen zur weiteren Entwicklung der Bestände auf Basis von Wetter- und Satellitendaten. Damit erhalten Landwirtinnen und Landwirte eine fundierte Grundlage, um den optimalen Schnittzeitpunkt zu bestimmen und die Grundfutterversorgung besser zu planen.
Die Anwendung steht ab sofort kostenlos allen landwirtschaftliche Betriebe in Österreich zur Verfügung. Ergänzend werden Online-Einführungskurse angeboten, in denen Interessierte die Nutzung der App kennenlernen können.
Maschinenring als Brücke zwischen Innovation und Praxis
Bei der Fachtagung „Digitale Innovationen für Grünland- und Viehwirtschaft“ in Raumberg-Gumpenstein war der Maschinenring nicht nur mit Fachbeiträgen vertreten, sondern auch als wichtiger Projektpartner sichtbar. In mehreren Präsentationen – etwa im Rahmen der Innovation Farm – wurde die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Beratung und Praxis hervorgehoben.
Als regional verwurzelter Partner bringt der Maschinenring Innovationen dorthin, wo sie wirken sollen: auf die landwirtschaftlichen Betriebe. Durch sein Netzwerk an Landwirtinnen und Landwirten können neue Technologien unter realen Bedingungen getestet und anschließend rasch in die breite Praxis getragen werden.