Nachsaat als Schlüssel zur Grünlandregeneration
Der Maschinenring Grünlandfeldtag am 28.8. in Inzersdorf zeigte praxisnahe Maßnahmen für trockengeschädigte Wiesen.
Am 28.8.2026 stand beim zweiten Maschinenring-Grünlandfeldtag in Inzersdorf die Frage im Mittelpunkt, wie sich durch Trockenheit geschädigte Grünlandbestände wieder nachhaltig verbessern lassen. Gemeinsam mit den fachlichen Begleitern Roman Braun (Maschinenring), Markus Humer (Landwirtschaftskammer Oberösterreich) und Peter Frühwirth (GrünlandPro.at) wurden direkt auf der Fläche unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen, die richtige Nachsaat und aktuelle Herausforderungen wie Feldmäuse und Ampfer diskutiert.
Die wichtigste Erkenntnis des Nachmittags: Die jüngsten Niederschläge lassen das Grünland zwar wieder sichtbar regenerieren, für die gezielte Entwicklung des Pflanzenbestandes ist eine Nachsaat jedoch besonders wichtig. Vor allem die wertvollen Gräser haben unter dem Trockenstress gelitten. Ohne gezielte Maßnahmen besteht die Gefahr, dass entstandene Lücken von unerwünschten Arten besetzt werden.
Ein Schwerpunkt des Feldtages lag deshalb auf der richtigen Einstellung des Grünlandstriegels sowie der Auswahl geeigneter Nachsaatmischungen. Im intensiven Praxisaustausch wurde deutlich, dass es dabei keine Pauschallösung gibt. Entscheidend ist der tatsächliche Zustand der jeweiligen Fläche. Je nach Schädigungsgrad reicht das Spektrum von einer periodischen Nachsaat zur laufenden Bestandespflege bis hin zur vollständigen Sanierung stark geschädigter Wiesen.
Feldmäuse vor einer Neuansaat im Blick behalten
Besondere Aufmerksamkeit galt auf der Demofläche dem Feldmausbesatz. Ein hoher Besatz kann den Erfolg einer Neuansaat massiv gefährden, da die jungen Pflanzen von den Mäusen rasch geschädigt werden. Deshalb muss vor einer umfassenden Sanierung kontrolliert werden, wie stark eine Fläche betroffen ist und ob zunächst Maßnahmen gegen die Feldmäuse notwendig sind.
Gerade trockene Jahre begünstigen eine starke Vermehrung. Während bei feuchteren Bedingungen unterirdische Nester und Jungtierbereiche durch Wasser beeinträchtigt werden können, bleiben diese in Trockenperioden weitgehend ungestört. Dadurch steigt die Überlebensrate deutlich und die Population kann sich innerhalb kurzer Zeit stark entwickeln – schneller, als natürliche Fressfeinde den Bestand regulieren können.
Aufgrund der aktuellen Bedeutung dieses Themas ist für Ende Oktober beziehungsweise Anfang November ein eigener Feldtag zur Feldmausproblematik geplant.
Ampfer bleibt auch nach einer Sanierung Thema
Auch die Ampferbekämpfung wurde intensiv diskutiert. Gerade nach einer Neuansaat oder umfassenden Grünlandsanierung kann wieder vermehrt Ampfer auftreten. Dabei wird nur ein geringer Teil über Saatgut eingebracht. Das wesentlich größere Potenzial liegt bereits im Boden: Ampfersamen können dort jahrzehntelang keimfähig bleiben und durch Bodenbewegung sowie neu entstandene Lücken wieder günstige Keimbedingungen vorfinden.
Damit bleibt die Nachkontrolle auch nach einer erfolgreichen Sanierung wichtig. Möglichkeiten bietet hier unter anderem die kameragesteuerte Einzelpflanzenbekämpfung mit RumboJet, mit der Ampferpflanzen gezielt erkannt und behandelt werden können. Gerade in den ersten ein bis zwei Jahren nach einer Sanierung kann eine solche gezielte Regulierung notwendig sein, um den gewünschten Grünlandbestand dauerhaft zu stabilisieren.
Heimisches Stroh und Rapskuchen als Futteralternative
Angesichts der angespannten Futtersituation wurde beim Feldtag auch über Möglichkeiten gesprochen, vorhandenes Grundfutter möglichst effizient einzusetzen. Josef Voraberger zeigte auf, wie Strohrationen durch die Ergänzung mit Rapskuchen aufgewertet werden können. Stroh kann damit einen Beitrag leisten, wertvolles Raufutter zu sparen. In Kombination mit heimischem Rapskuchen entsteht eine interessante regionale Futteralternative aus heimischen Rohstoffen.
Der Grünlandfeldtag machte einmal mehr deutlich, dass nach Trockenperioden vor allem genaue Bestandesbeurteilung, rechtzeitige Nachsaat und eine auf die einzelne Fläche abgestimmte Vorgehensweise entscheidend sind. Der intensive Erfahrungsaustausch direkt auf der Wiese bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei viele konkrete Ansätze für die anstehenden Sanierungs- und Pflegemaßnahmen.