Wichtige Pflegemaßnahme: Mulchen
Mulchen im Herbst ist eine wirksame Pflegemaßnahme, um Grünland und Almflächen gesund zu halten. Richtig eingesetzt, ist diese Pflegemaßnahme weit mehr als nur „Schönheitsarbeit“. Wer Zeitpunkt, Technik und Standortbedingungen berücksichtigt, sorgt für saubere Flächen, stärkt wertvolle Pflanzenarten und sichert eine stabile Futterbasis für das kommende Jahr – und kann bei Bedarf auf die Unterstützung professioneller Dienstleister setzen.
Altgras raus, wertvolle Gräser fördern
Beim Mulchen wird der Aufwuchs geschnitten und zerkleinert, das Material bleibt auf der Fläche liegen. So werden Altgras und unerwünschte Pflanzenreste entfernt, ohne dass Biomasse abtransportiert werden muss. „Das fördert wertvolle Gräser und Kräuter und sorgt für eine gleichmäßige Narbe“, erklärt Clemens Raffl, Agrarbetreuer beim Maschinenring Tiroler Oberland. Auch Problemunkräuter wie Disteln oder Jakobskreuzkraut werden durch regelmäßiges Mulchen geschwächt. Das liegengebliebene Mulchmaterial schützt den Boden vor Erosion, liefert beim Verrotten Nährstoffe und unterstützt den Humusaufbau. Im Frühjahr treibt der Grünlandbestand gleichmäßiger aus und sorgt damit für eine bessere Futterqualität. Gerade auf Almweiden und in Hanglagen ist jedoch Vorsicht geboten: Tragfähigkeit und Befahrbarkeit der Böden müssen stimmen, sonst drohen Schäden an der Grasnarbe.
Die richtige Technik macht den Unterschied
Mulchgeräte gibt es in verschiedenen Bauarten. Besonders verbreitet ist der Schlegelmulcher: Er arbeitet mit rotierenden Schlegeln (Metallmesser), die das Pflanzenmaterial fein zerkleinern und gleichmäßig verteilen. Dadurch wird der Aufwuchs schneller zersetzt und der Boden optimal bedeckt. Schlegelmulcher eignen sich besonders für Flächen mit dichtem Bewuchs oder leichtem Gestrüpp. Bei steilen Hanglagen kommen immer öfter ferngesteuerte Raupenmulcher zum Einsatz, die sicher und bodenschonend arbeiten können.
Schnitthöhe, Wetter und Vorschriften beachten
Wer mulcht, sollte eine Schnitthöhe von 5–7 Zentimetern einhalten, damit die Grasnarbe nicht geschwächt wird. Das Mulchmaterial muss gleichmäßig verteilt werden, „Mulchwülste“ können im Frühjahr die Narbenentwicklung behindern. Ideal sind trockene Tage, weil das Material dann besser abtrocknet und schneller verrottet. Der Maschinenring ist erster Ansprechpartner für all jene, die selber nicht über die passende Technik verfügen: Der Maschinenring vermittelt tirolweit professionelle Dienstleister mit moderner Ausrüstung – vom Motormäher mit Mulchgerät über Mähtraktoren bis hin zur ferngesteuerten Raupentechnik für besonders schwieriges Gelände.