Luzerne: Mehrjähriges Futter mit klaren Anforderungen
Luzerne kann über mehrere Jahre hervorragendes Futter liefern – auch in Trockenphasen. Damit die Kultur ihr Potenzial sicher ausschöpfen kann, müssen jedoch Standort, Bodenstruktur, Nährstoffversorgung, Saat und Schnittführung passen. Besonders wichtig ist: Luzerne ist eine Feldfutterpflanze. Von einer Einsaat in Dauergrünland wird abgeraten.
In der Praxis haben sich Luzernegras-Mischungen über viele Jahre besonders bewährt. Sie bieten mehr Sicherheit für einen dichten Bestand und verbessern die Silierfähigkeit gegenüber einer Luzerne-Reinsaat. Als klare Empfehlung gilt: ÖAG Luzernegras.
Der richtige Boden für Luzerne
Luzerne braucht einen Boden, in dem Luft vorhanden ist. Schwere Böden sind daher nicht geeignet. Ebenso wichtig ist, dass die Wurzeln ungehindert nach unten wachsen können. Sperrschichten im Boden sind für Luzerne problematisch, weil sie die Wurzelentwicklung begrenzen.
Vor der Anlage eines Luzernebestandes sollte unbedingt gekalkt werden. Empfohlen werden 2.000 kg/ha kohlensaurer Kalk. Auch eine gute Phosphorversorgung ist für Luzerne wichtig.
Saat: Luzerne braucht einen guten Start
Nach der Saat benötigt Luzerne ausreichend Niederschläge. Die besten Luzerne- beziehungsweise Luzernegrasbestände wurden mit einer Frühjahrsansaat unter Deckfrucht Hafer erzielt. Dafür wird Hafer mit 80 kg/ha eingesetzt.
Der Hafer sollte spätestens gemäht werden, wenn die ersten Rispen vorsichtig herausschieben. Eine Saat nach Wintergerste ist zwar möglich, wird aber nur als zweite Wahl empfohlen.
Ein wichtiger Punkt bei der Saat ist außerdem die Impfung des Saatguts. Auch vorgeimpftes Saatgut sollte zusätzlich mit Luzerne-Impfstoff behandelt werden.
Luzernegras statt Reinsaat: Mehr Sicherheit im Bestand
Eine Luzernegras-Mischung bringt gegenüber einer Luzerne-Reinsaat klare Vorteile. Sie sorgt für mehr Sicherheit bei der Bestandsdichte und verbessert die Silierfähigkeit. Daher wird für den praktischen Futterbau ÖAG Luzernegras empfohlen.
Von einer Mischung mit Raygras beziehungsweise Weidelgras wird hingegen klar abgeraten. Raygras braucht Stickstoff und Wasser. Luzerne braucht beides nicht. Zudem wird Raygras im Sommer mit hoher Sicherheit Halme mit Ähren schieben.
Schnittführung: Luzerne hoch mähen
Bei Luzerne ist die richtige Schnittführung entscheidend. Besonders wichtig ist: hoch mähen. Der zweite, besser noch der dritte Aufwuchs sollte leicht in die Blüte gehen können. Das unterstützt eine sichere Nutzung über mehrere Jahre.
Auch der Übergang in den Winter ist wichtig. Luzerne sollte lang in den Winter gehen. Selbst 30 cm Bestandeshöhe sind für Luzerne kein Problem.
Vorsicht nach Grünlandumbruch
Luzerne nach einem Grünlandumbruch ist nicht zu empfehlen. Der Grund: Es wird zu viel Stickstoff frei. Für eine erfolgreiche Etablierung und langfristige Nutzung sollte dieser Standort daher vermieden werden.
Fruchtfolge bei Luzerne beachten
Wer Luzerne langfristig als Futterpflanze im Betrieb halten möchte, muss die Fruchtfolge im Blick behalten. Für Luzernegras wird ein Abstand von 4 Jahren empfohlen. Bei Luzerne-Reinsaat sollte der Abstand 8 Jahre betragen.
Fazit: Luzerne liefert starkes Futter, wenn die Bedingungen passen
Luzerne ist eine leistungsfähige Feldfutterpflanze für mehrjährige Futterproduktion. Damit sie sichere Erträge und gute Bestände liefert, müssen Boden, Kalkung, Phosphorversorgung, Saat, Schnitt und Fruchtfolge zusammenpassen. Besonders bewährt hat sich der Anbau als Luzernegras-Mischung.
Autor: GrünlandPro-Fachexperte Peter Frühwirth
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