Grünlandpflege neu gedacht
Wer heute Grünland erfolgreich bewirtschaftet, braucht mehr als robuste Technik – es braucht Lösungen, die Zeit sparen, Kosten reduzieren und nachhaltig Erträge sichern.
Dieses Jahr ist eine fruchtbare Kooperation mit der Firma APV und dem Maschinenring zustande gekommen. Denn die Firma APV wollte die auf der AgriTechnika neu vorgestellte Grünlandkombi GK 300 S mit Schlitz- und Breitsaat auf Praxisbetrieben testen und suchte nach einem Partner, der im Grünland aktiv ist. Im Raum Liezen testeten somit die Maschinenringe Dachstein-Tauern und Enns- und Paltental auf zahlreichen Betrieben das Nachsaatgerät und protokollierten die Ergebnisse.
Neue Säschiene für Schlitz- und Breitsaat
Die GK 300 S überzeugt durch einen vielseitigen Aufbau: Eine integrierte Säschiene mit 24 einzeln aufgehängten Säscharen ermöglicht die präzise Schlitzsaat im 12,5-cm-Reihenabstand. Lichtkeimer können parallel über die Breitsaat ausgebracht werden – dadurch entsteht ein einzigartiges Doppelsystem für die Nach- und Neuansaat, welches Saatgut optimal im Boden positioniert. Das Ergebnis: gleichmäßiger Aufwuchs, gesunde Bestände und ein spürbar geringerer Saatgutbedarf.
"Bei allen eingesetzten Flächen waren die Rückmeldungen so positiv, dass sich durch Mundpropaganda die Testfahrten im gesamten Raum Liezen auf 200 ha ausgebreitet haben, ohne dass wir dafür richtig Werbung machen mussten “, erzählt Manuel Stieg, Agrarkundenbetreuer beim Maschinenring Dachstein-Tauern, der die Versuchseinsätze von Mai bis Oktober koordinierte.
Während der Praxiseinsätze war ein laufender Austausch mit der Herstellerfirma gegeben und kleinere Verbesserungsvorschläge des Prototyps, wie bei der Durchführung der Abdrehprobe oder das Wechseln eines Zylinders, wurden sogleich umgesetzt. Diese Adaptierungen werden nun auch bei den Serienmaschinen beibehalten.
„Durch die Testfahrten konnten unser Kooperationspartner, wir als Dienstleistungsbetrieb, aber auch unsere Mitgliedsbetriebe wertvolle Erkenntnisse gewinnen, die uns in der kommenden Saison einen weiteren Fortschritt ermöglichen“, ist Manuel sichtlich zufrieden mit den Praxistests. Zwischen 1 und 25 ha wurden auf den jeweiligen Mitgliedsbetrieben nachgesät. Dabei wurde die Nachsaat als Komplettdienstleistung angeboten, mit einem fixen Fahrer und Traktor. Die Testbetriebe profitierten dabei von einem vergünstigten Stundensatz, da das Anbaugerät kostenlos von APV zur Verfügung gestellt wurde.
Einsatz von Applikationskarten
Die Kombination mit den Smart Twin Sägeräten hebt die Präzision auf das nächste Level. Dank Applikationskarte lassen sich Ausbringmengen maschinenhalbseitig und variabel steuern. Landwirte profitieren von der Möglichkeit, Saatgut, Dünger oder Granulat punktgenau auszubringen. Außerdem wurden bei zwei Testbetrieben zusätzlich Applikationskarten für deren Grünlandflächen erstellt. Nach Besichtigung der Flächen erfolgte ein Vergleich der Vegetationskarten mittels Satellitendaten der letzten Jahre. Daraufhin wurden Ertragsunterschiede innerhalb eines Feldstückes in verschiedene Zonen eingeteilt und diese Zonen in eine maschinenlesbare Applikationskarte umgewandelt, die direkt in das Terminal des Traktors, der mit RTK-Lenksystem ausgestattet war, eingespielt werden konnte.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass durch den Einsatz von Precision-Farming-Anwendungen Saatgut und Betriebsmittel punktgenau und variabel auf Flächen ausgebracht werden können. Im besten Fall erzielt man optimale Erträge bei Saatgut- und Betriebsmitteleinsparungen – nicht nur im Ackerbau, sondern auch im Grünland.