Grünland- und Weidetag: Gemeinsam für zukunftsfittes Grünland
Über 150 Landwirtinnen und Landwirte kamen beim ersten salzburgisch-bayerischen Grünland- und Weidetag am 28. September 2026 an der LFS Kleßheim zusammen. Fachvorträge, praktische Vorführungen und der grenzüberschreitende Austausch zeigten, wie sich Grünland und Weiden nachhaltig und widerstandsfähig bewirtschaften lassen. Der Maschinenring Salzburg brachte seine Maschinen und Erfahrungen aus der täglichen Praxis ein.
Die Herausforderungen in der Grünlandbewirtschaftung ähneln sich in Salzburg und Bayern: Trockenperioden, veränderte Wachstumsbedingungen und hohe Anforderungen an die Futterqualität beschäftigen die Betriebe auf beiden Seiten der Saalach. Die Landwirtschaftskammer Salzburg und der Bayerische Bauernverband brachten deshalb Fachleute und landwirtschaftliche Betriebe zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze aufzuzeigen.
Weideführung und Futterqualität im Fokus
Ein Schwerpunkt der Fachvorträge war die gezielte Nutzung des Grünlands. Grünlandexperte Edmund Leisen erläuterte, wie kurze, intensive Weidephasen mit jungem Gras zu einer hohen Futterqualität beitragen können. Dabei zählt nicht nur, was auf der Fläche wächst, sondern vor allem, was die Tiere tatsächlich aufnehmen. Bruno Deutinger, Tierzuchtdirektor der Landwirtschaftskammer Salzburg, betonte die Bedeutung eines frühen Weidebeginns. Voraussetzung dafür ist, dass die Tiere gut auf den Austrieb vorbereitet sind – von der Körperkondition über das Herdenverhalten bis zur Gewöhnung an den Weidezaun. Auch der richtige Schnittzeitpunkt wurde diskutiert. Florian Scharf vom AELF Abensberg-Landshut zeigte, warum sich dieser am Entwicklungsstand des Bestandes orientieren sollte. Gerade im Frühjahr lässt sich mit einem passenden Schnittzeitpunkt energiereiches, hochwertiges Futter gewinnen.
Maschinenring zeigt Nachsaattechnik und Kalkstreuer in der Praxis
Bei den anschließenden Vorführungen direkt am Feld wurde das Fachwissen mit der praktischen Umsetzung verbunden. Der Maschinenring Salzburg stellte einen Nachsaatstriegel, eine Cambridgewalze und ein Schlitzgerät vor und erläuterte deren Einsatzmöglichkeiten bei der Grünlandnachsaat.
Im Mittelpunkt standen die Funktionsweise der Geräte, die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren sowie unsere Erfahrungen aus der täglichen Praxis. Denn welche Technik am besten geeignet ist, hängt wesentlich vom Zustand des Grünlandbestandes und den jeweiligen Standortbedingungen ab. Walter Starz von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erläuterte ergänzend, wie trockenheitstolerante Arten und eine standortangepasste Sortenwahl die Widerstandsfähigkeit des Grünlands unterstützen können. Angesichts zunehmender Trockenperioden gewinnt die gezielte Weiterentwicklung der Bestände an Bedeutung.
Ein weiterer Programmpunkt war die Kalkung im Grünland. Hier präsentierten wir einen unserer Verleih-Kalkstreuer und gaben praktische Erfahrungen zum Einsatz weiter. Eine bedarfsgerechte Kalkversorgung kann den pH-Wert regulieren, die Bodenstruktur verbessern und das Bodenleben unterstützen. Bei der Auswahl des Kalks spielt neben der Qualität insbesondere die Mahlfeinheit eine wesentliche Rolle. Der Grünland- und Weidetag bot eine gute Gelegenheit, Fachwissen und praktische Erfahrungen direkt am Feld miteinander zu verbinden. Im Gespräch mit den teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten konnten wir aktuelle Herausforderungen diskutieren und aufzeigen, wie der Maschinenring bei der Pflege und Verbesserung von Grünlandflächen unterstützt.
Fotos: Michael Hatheier