„Grünland fit halten!" - Grünlandfachabend im Flachgau zeigte, worauf es ankommt
Rund 80 Bäuerinnen und Bauern aus dem Flachgau folgten gestern der Einladung des Maschinenring Flachgau zum Grünland-Fachabend „Grünland fit halten – aber wie?“. Nach der Eröffnung durch Harald Dürager, Obmann des Maschinenring Flachgau, stellten sich Stephan Kranzinger (neuer Geschäftsführer) und Maxi Hirscher (neuer Agrarleiter) vor – sie übernehmen von Manfred „Mandi“ Tanner, der sich in wenigen Wochen einer neuen Aufgabe widmet. Als Ehrengäste begrüßte der Maschinenring u. a. LK-Vizepräsident Josef „Sepp“ Braunwieser sowie Matthias Greisberger, Grünland-Referent der Landwirtschaftskammer Salzburg. Greisberger zeigte praxistaugliche Strategien, informierte und bot seine Beratung ausdrücklich an.
Nachsaat im Vergleich: Scheibenseeder vs. Striegel-Kombination
Direkt am Feld wurden Nachsaatverfahren und ihre Stärken erklärt:
- Scheibenseeder (z. B. Vredo): legt das Saatgut in schmale Schlitzfurchen mit definierter Tiefe – sicherer Bodenschluss, ideal für dichte, belastbare Bestände.
- Grünland-Striegel mit Sätechnik (z. B. Strigl): reißt Verfilzungen auf und schafft offenen Boden – besonders bei Sanierung verfilzter Flächen (z. B. gemeine Rispe) und für die periodische Nachsaat unter trockenen Bedingungen.
Ampfer im Griff: selektiv statt flächig
Wichtig bei Einzelpflanzen: mindestens 10 cm Wurzel mit ausstechen, sonst treibt die Pflanze wieder aus. Für größere Flächen wurde die kameragestützte Einzelpflanzen-Behandlung durch Rumbojet erläutert: Die Technik erkennt Ampfer und behandelt nur dort – spart Mittel und schont den Bestanddurch Rumbojet. Düngung bodennah: Nährstoffe an die Wurzel, weniger Verluste Vorgestellt wurde u. a. der Schleppfix-Verteiler für die bodennahen Gülleausbringung. Bodennah-Techniken bringen die Nährstoffe streifenförmig an den Boden, reduzieren Ammoniak-(NH₃) Verluste und damit auch Geruch – die Pflanzen können die Nährstoffe besser aufnehmen, die Wirkung steigt.
Beratung, die wirkt: vom Boden bis zur Mischung
Greisberger erinnerte daran, Entscheidungen vom Boden her zu treffen:
- Bodenprobe zuerst. Danach Düngung, Kalkung und Saatgutmischung ausrichten.
- Saatgutqualität. Nur frisches, ampferfreies, standortangepasstes Saatgut verwenden; auf Aufwuchsgeschwindigkeit und Winterhärte achten.
- Kalk richtig wählen. Körnung und CaO-Gehalt passend zur Fläche; „billig“ kritisch prüfen, Qualität zählt.
Die Firma Blickwinkel stellte zwei Technik-Schwerpunkte vor: eine Agrardrohne (ausgestellt, ohne Flugvorführung) für Untersaat im Mais und punktgenaue Ausbringung auf schwer zugänglichen Flächen – mit Hindernis- und Bodenradar sowie Wiege-/Dosiersystemen für exakte Mengensteuerung, selbstverständlich nur im Rahmen der geltenden Bewilligungen. Ergänzend präsentierte Blickwinkel GPS-Lenksysteme, die Maschinen auf präzisen Spuren führen, Überlappungen deutlich reduzieren und so Zeit, Diesel und Betriebsmittel sparen.