Düngung im Grünland – N-Ergänzung und Kalkung

Stickstoffdüngung im Frühjahr

Eine Ergänzung mit etwa 30 kg N/ha kann in ertragsstarken, gräserreichen Beständen sinnvoll sein. Allerdings ist die Witterung entscheidend:

  • Bei fehlenden Niederschlägen bleibt Nitratstickstoff in den oberen Bodenschichten
  • Gefahr von Verlusten (z. B. Lachgasemissionen) bei Sonneneinstrahlung

Daher ist NAC unter trockenen Bedingungen wenig effizient.

Alternative: CULTAN-Verfahren

Die Ammoniumdüngung (z. B. mit Ammonsulfat) bietet Vorteile:

  • Platzierung direkt im Wurzelraum
  • Kontinuierliche Nährstoffverfügbarkeit
  • Unabhängig von Niederschlagsereignissen

Kalkung

Der pH-Wert und der Gehalt an freiem Calcium (Ca²⁺) stehen in enger Wechselwirkung:

  • Niedriger pH-Wert → höhere Löslichkeit, aber auch Auswaschungsgefahr
  • Ausreichend Calcium fördert Krümelstruktur und Bodenstabilität
  • Zu hoher pH-Wert kann Calcium fixieren und weniger verfügbar machen

Empfohlene Untersuchungsmethoden:

  • KAK/Basensättigung (Ziel: 65–80 % Ca-Anteil)
  • EUF-Methode (dynamische Nährstoffverfügbarkeit)
  • CAL-Methode (Standardanalyse)
  • Salzsäure-Test (Schnelltest auf freien Kalk)

Wichtig: Konkrete Dünge- und Kalkungsempfehlungen sind nur auf Basis von Bodenanalysen seriös möglich.

 

Autor: GrünlandPro-Fachexperten Gabriele Hirsch und Peter Frühwirth

Von: Bundesland Oberösterreich

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