Drohnentechnologie im Praxiseinsatz
Wie kann moderne Technik den Pflanzenbau gezielt unterstützen? Dieser Frage widmete sich ein Fachabend des Maschinenring Flachgau am Betrieb von Josef Braumann und seinem Sohn Simon, vlg. Graßmann, in Seekirchen. Agrarkundenbetreuer Maximilian Hirscher organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit Praxis- und Fachpartnern direkt am Feld.
Drohnen als Werkzeug für die Praxis
Michael Treiblmeier, Geschäftsführer der Firma Blickwinkel, stellte die technischen Möglichkeiten und Einsatzgebiete moderner Agrardrohnen vor. Auf einer rund 4 Hektar großen Silomaisfläche wurde die Ausbringung von Biostimulanzien und einer Untersaat vorgeführt. Der Mais befand sich zum Zeitpunkt der Maßnahme im Fünf- bis Sechsblattstadium – ein Zeitpunkt, an dem noch ausreichend Licht auf den Boden gelangt und sich der Alexandrinerklee als Untersaat gut entwickeln kann.
Drohnen können dort unterstützen, wo Traktor und Anbaugerät an Grenzen stoßen: bei kurzen Witterungsfenstern, empfindlichen Beständen, nassen Böden oder schwer befahrbaren Flächen. Saatgut, biologische Produkte oder Flüssigprodukte lassen sich präzise und GPS-genau ausbringen. Wichtig bleiben eine sorgfältige Einsatzplanung, geschulte Pilotinnen und Piloten sowie die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Untersaaten stärken Boden und Bestand
Auf der Versuchsfläche wurde Alexandrinerklee als Untersaat in den bestehenden Maisbestand eingebracht. Ziel ist es, den Boden rascher zu bedecken, Erosion zu reduzieren und das Bodenleben zu fördern. Alexandrinerklee gehört zu den Leguminosen und kann mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden.
Eine gut entwickelte Untersaat bringt besonders nach der Maisernte Vorteile. Der Boden bleibt bedeckt, Niederschläge werden besser aufgenommen und die Bodenstruktur wird unterstützt. Gleichzeitig kann eine stabile Bodenbedeckung helfen, Verschmutzungen des Erntegutes zu reduzieren und die Tragfähigkeit der Fläche zu verbessern.
Biostimulanzien als ergänzender Baustein
Erwin Kriechbaum, Verkaufsleiter der Firma Schaumann, stellte die Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von boncrop – Algen-Power vor. Die Biostimulanzien basieren auf Algen und sollen Pflanzen in ihrer Entwicklung unterstützen.
Wichtig ist eine realistische Einordnung: Biostimulanzien ersetzen weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel. Sie können aber als ergänzender Baustein dazu beitragen, Pflanzen in Stresssituationen zu stärken – etwa bei Trockenheit, Hitze, Temperaturschwankungen oder schwierigen Wachstumsbedingungen.
Praxisnaher Austausch am Feld
Der Fachabend zeigte, dass moderne Landwirtschaft zunehmend auf die Kombination verschiedener Maßnahmen setzt. Drohnentechnologie, Untersaaten und Biostimulanzien sind keine Einheitslösung. Richtig eingesetzt können sie aber helfen, Bodenfruchtbarkeit, Pflanzenvitalität und Betriebseffizienz zu verbessern.
Der Maschinenring Flachgau versteht sich dabei als regional verwurzelter Partner der landwirtschaftlichen Betriebe. Mit Veranstaltungen wie diesem Fachabend werden neue Entwicklungen aufgegriffen, gemeinsam mit Praktikerinnen und Praktikern getestet und für die Betriebe fachlich eingeordnet.
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