Asiatische Hornisse: Niederösterreich ist vorbereitet
Die Asiatische Hornisse ist in Österreich angekommen. Was lange nach einem fernen Risiko klang, ist nun eine konkrete Aufgabe für Behörden, Naturschutz und Einsatzorganisationen. In Niederösterreich stehen Maschinenring und MR Naturraum bereit, um Nester fachgerecht, sicher und abgestimmt zu entfernen.
Seit Jahren breitet sich die Asiatische Hornisse in Europa aus. In Österreich wurde im April 2024 erstmals ein Einzeltier in Salzburg nachgewiesen. Im Juni 2026 wurden nun in Vorarlberg erstmals zwei Primärnester festgestellt. Damit ist klar: Die invasive Art ist nicht mehr nur ein theoretisches Thema, sondern erfordert auch hierzulande professionelle Strukturen und rasche Reaktionsmöglichkeiten.
Für Niederösterreich wurden diese Strukturen bereits geschaffen. Das Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Naturschutz, hat die Maschinenring-Organisation mit der Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse beauftragt. Die fachliche Koordination übernimmt die MR Naturraummanagement GmbH, die praktische Umsetzung erfolgt durch speziell geschulte Einsatzkräfte aus der Maschinenring-Organisation.
Warum frühes Handeln entscheidend ist
Die Asiatische Hornisse gilt als invasive gebietsfremde Art. Besonders relevant ist ihre Ausbreitung für den Schutz heimischer Insekten und für Imkereistrukturen. Je früher ein Verdachtsfall gemeldet und fachlich eingeordnet wird, desto größer ist die Chance, Nester in einem frühen Stadium zu lokalisieren und zu entfernen. Genau hier setzt das niederösterreichische Einsatzmodell an: Fachwissen aus Biologie, Landschaftsplanung und Forstwissenschaft trifft auf die regionale Einsatzfähigkeit der Maschinenring-Organisation. So können Verdachtsfälle fachlich beurteilt und Einsätze rasch sowie abgestimmt umgesetzt werden.
Spezialwissen für schwierige Einsatzorte
Die Entfernung eines Nestes ist kein Standardszenario. Nester der Asiatischen Hornisse können schwer erreichbar sein – etwa in Baumkronen oder an exponierten Bauwerken. Deshalb braucht es nicht nur Schutzkleidung, sondern auch Erfahrung mit Höhenzugangstechnik, Spezialausrüstung und klaren Sicherheitsabläufen.
Derzeit steht ein vollständig eingeschulter und ausgerüsteter Einsatztrupp mit drei Personen zur Verfügung, der innerhalb der vertraglich vereinbarten Reaktionszeit in jeder niederösterreichischen Gemeinde eingesetzt werden kann. Die eingesetzten Dienstleister sind zertifizierte Arboristen und verfügen über langjährige Erfahrung in seilgestützter Höhenzugangstechnik. Zur Ausstattung gehören spezielle Hornissenschutzbekleidung, eine Teleskoplanze zur Injektion eines in Österreich zugelassenen Biozidprodukts sowie eine für diesen Zweck adaptierte Absaugvorrichtung. Damit können Tiere kontrolliert aus dem Nest entnommen und in eine Transportbox überführt werden. Das Nestmaterial und die abgetöteten Individuen werden anschließend fachgerecht thermisch getilgt.
Wirksam, sicher und verantwortungsvoll
Bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse geht es nicht um Aktionismus. Entscheidend ist ein wirksames, sicheres und zugleich verhältnismäßiges Vorgehen. Die Einsatzkräfte wurden daher nicht nur im Umgang mit der Ausrüstung geschult, sondern auch in der Biologie der Asiatischen Hornisse und im naturschutzfachlichen Vorgehen. Das Ziel ist eine fachgerechte und situationsangepasste Entfernung von Nestern – ohne vermeidbare zusätzliche Belastungen für Natur und Umwelt. Professionelle Bekämpfung bedeutet, die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu setzen.
Die Bilder aus Schulung und Einsatztraining zeigen, wie intensiv sich die Teams auf den Ernstfall vorbereiten: vom Anlegen der Schutzausrüstung über die Arbeit mit der Teleskoplanze bis zur abgestimmten Teamarbeit am Übungsstandort. Denn wenn ein bestätigter Fund vorliegt, muss jeder Handgriff sitzen. „Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse ist eine ökologische Herausforderung, der wir mit Kompetenz und Verantwortung begegnen. Unsere Teams sind einsatzbereit – für den Schutz von Mensch und Natur“, sagt DI Thomas Mackowitz, Geschäftsführer der MR Naturraummanagement GmbH.
Verdachtsfälle melden
Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte Verdachtsfälle weiterhin über die offiziellen Meldewege melden. Eine frühe Meldung erleichtert die fachliche Einordnung und erhöht die Chance, Nester rechtzeitig zu finden und zu entfernen: www.bienengesundheit.at
Für Behörden, Gemeinden, Einsatzorganisationen, Imkereistrukturen und weitere fachlich befasste Stellen steht mit Maschinenring und MR Naturraum in Niederösterreich ein verlässlicher Ansprechpartner bereit.