Agrardrohne bringt Saatgut und mehr aus
Nach dem „Testbetrieb“ im vergangenen Jahr startet der Maschinenring mit-Drohnendienstleistungen in Tirol heuer voll durch: Präzise, effizient und vielseitig – die ersten Einsätze stellten das große Potenzial dieser Technik für alpine Flächen deutlich unter Beweis. Ob auf steilen Almen, unbefahrbaren Flächen oder im hohen Maisbestand – die Agrardrohne verteilt das Saatgut präzise, wo herkömmliche Technik an ihre Grenzen stößt. Aber auch weitere Einsatzmöglichkeiten wie das Sprühen von biologischen Mitteln oder die Saatgutausbringung im Forst werden an Bedeutung gewinnen.
In Kooperation zwischen Maschinenring, Agrarflug, Innovation Farm und mehreren Landwirten wurde im vergangenen Jahr an drei Standorten getestet, wie sich Drohnen für die Einsaat und Untersaat eignen:
Untersaat im Biomais in Rotholz und Münster
Im Juni wurde in Rotholz und Münster erstmals eine Untersaat im Biomais mit der Drohne ausgebracht. Bei etwa 60 cm – 80 cm hohen Pflanzen und offenem Bestand flog die Drohne in rund drei Metern Höhe über die Reihen. Trotz Wind sorgte die Technik für eine gleichmäßige Verteilung, ohne die Pflanzen zu beschädigen. Verwendet wurde eine biologische Untersaatmischung mit Klee und Weidelgras. Der gesamte Einsatz in Münster dauerte weniger als eine halbe Stunde für rund 0,5 ha. Das Fazit: präzise Ausbringung bei nassen Bedingungen, die ein Befahren nicht zugelassen hätten.

Neueinsaat nach Unwetterschäden in Ginzling
Auf der Klausenalm in Ginzling (1.300 m Seehöhe) wurde nach Baggerarbeiten zur Behebung von Unwetterschäden eine Fläche von 0,6 ha neu eingesät. Der steinige Boden würde hohe Anforderungen an herkömmliche Technik stellen. Nach digitaler Flächenerfassung flog die Drohne die Fläche autonom ab. Wo Bäume oder Hindernisse im Weg waren, wurde die Drohne per Hand gesteuert. Die Ausbringung erfolgte mit einer Dauerweidemischung. Die Drohne arbeitete verlässlich, auch bei leichtem Regen und Wind.

Sanierung von Trittschäden in Kössen
Auf der Lippenalm bei Kössen (1.000 m) diente der Drohneneinsatz der Sanierung stark beanspruchter Weideflächen. Trotz steiler Hänge und Vieh auf der Fläche konnte das Saatgut problemlos ausgebracht werden. Die Tiere reagierten ruhig auf die Drohne – ein positives Zeichen für die Praxistauglichkeit. Aufgrund der Hangneigung wurde ein Großteil der Flächen manuell abgeflogen, die autonome Steuerung kam hier an ihre Grenzen. Besonders positiv fiel die gleichmäßige Verteilung des Saatguts auf den feuchten Lehmböden auf.
Technik mit Zukunftspotenzial
Alle drei Einsätze zeigten: Die Agrardrohne bietet eine vielversprechende Ergänzung für Landwirte, besonders in unwegsamen Hanglagen, auch bei kleinen Flächen oder unter nassen Bedingungen. Die Einsaat erfolgt effizient, gleichmäßig und ohne Bodendruck. Zusätzlich verbessert sich die Arbeitssicherheit, weil gefährliches Befahren am Steilhang minimiert werden kann. Auch für weitere Einsätze wie beispielsweise das Sprühen von biologischen Mitteln oder die Saatgutausbringung im Forst ist die Drohne eine gute Wahl.
Für den Maschinenring im Einsatz: DJI Agras T25
- Maximale Nutzlast: 25 kg
- Flächenleistung: 6 – 8 ha/h
- Arbeitsbreite: bis zu 8 m
- Fluggeschwindigkeit: 4-7 m/s
Autonome, RTK-genaue Flugplanung mit Hindernis-Erkennung und automatischer Rückkehrfunktion. Saatgut, Granulat und Flüssigkeiten können ausgebracht werden.
In Tirol wird die Drohnendienstleistung von Gabriel Fender / Maschinenring Schwaz koordiniert – alle Agrarbetreuer in den Ringen sind jedoch gerne Ansprechpartner, die Anfragen konkretisieren bzw. weiterleiten und Angebote erstellen.
